ICOPA (International Conference On Penal Abolition / Internationale Konferenz zur Abschaffung der Strafsysteme) ist eine internationale Konferenz, die seit Anfang der 1980er Jahre im Allgemeinen alle zwei Jahre mehrere hundert Personen zusammenbringt. Sie wurde bereits in Ottowa, Amsterdam, Lagos, Tasmanien, Barcelona … abgehalten. Es nehmen Personen daran teil, die mit dem Strafsystem zu tun haben (Ex-Gefangene, Gefangenen nahestehende Personen, …), Organisationen aus Gemeinschaften, die besonders im Visier von Strafpolitiken sind (Fremde, Arme, rassisierte Personen, LGBT …), Abschaffungsaktivist_innen und Akademiker_innen.

Das Organisationskomitee der ICOPA 2016 (Internationale Konferenz zur Abschaffung der Strafsysteme) grüßt all jene, die aus der Ferme den Schritten von ICOPA folgen. Dieser Aufruf zur Einreichung von Beiträgen eröffnet des Treffen, das von 16. Bis 18. Juni in Quito, Ecuador stattfinden wird. Wir arbeiten mit vielen zusammen, einschließlich dem Andischen Menschenrechtsprogramm an der Universität Simón Bolívar und dem Komitee der Familien und Freund_innen von Menschen in Gefängnissen in Ecuador.

Die Situation der Menschen im Gefängnis in Ecuador und die jener, die sie von außen begleiten, ist in einer kritischen Phase: Strafsystemreformen zielen auf die Implementierung eines Hochsicherheitsmodells, mit dem Bau von Gefängnissen auf höheren Sicherheitsniveaus im Randgebiet der Städte. Wir hoffen, dass dieses Treffen den gegen das Gefängnis in Ecuador gerichteten Kampf verändern kann, weil wir eine Verbindung von Organisationen ermöglichen wollen, die gegen die staatliche Schutzausrüstung und für die Rechte von Menschen im Gefängnis kämpfen, und von jenen, die sie sozial unterstützen, von in der Mehrheit verarmten Frauen.

Wie in früheren Treffen wird sich ICOPA 16 im globalen Kontext auf die Konsequenzen der Gefängnis- und Strafpolitiken konzentrieren, auf die Auswirkungen der Implementierung dieser Politiken bei der Bevölkerung, die unmittelbar mit dem Gefängnis zu tun hat (Menschen im Gefängnis, Familie, Erwachsene und Kinder, Gemeinschaften der Zugehörigkeit), auf die Erfahrungen von Kampf, Widerstand und abolitionistischen Diskussionen, die es in Lateinamerika gibt und die gefördert werden können.

Wir laden daher alle Interessierten ein, sich zu beteiligen durch das Einreichen von akademischen Artikel; das Erzählen von Geschichten und dem Nachdenken über Lebenserfahrungen in Zusammenhang mit Gefängnis und Strafsystem; das Teilen von Organisierungserfahrungen, die das Feld der Kämpfe gegen das Gefängnis und gegen repressive, rassistische und patriarchale Systeme weiterbringen; und durch visuelle und geschriebene Werke, Theater oder andere künstlerische Kreationen. Auch Raum für Workshops und Aktivitäten wird es geben, die auf die Themen der Zusammenkunft passen.

Einreichungen werden bis zum 31. Dezember 2015 akzeptiert und können auf Englisch oder Castellano geschrieben werden. Der Text muss mindestens 1000 und maximal 1500 Wörter lang sein. Die Einreichungen sind an folgende Emailadresse zu übermitteln: icopa16ecuador@gmail.com.

Für Fragen aller Art: icopa16ecuador@gmail.com.

Mit bestem Gruß,

das ICOPA 16-Organisationskomitee

Mehr Infos zu ICOPA: http://www.actionicopa.org/#p7EPMc1_1

Hintergrundtexte zur Frage der Abschaffung von Gefängnissen finden sich im Buch Das große Gefängnis

, hg. von Monika Mokre und Birgit Mennel, das im Juli 2015 erschienen ist.