Heute wurde in Madrid das Institut für Demokratie und Munizipalismus (Instituto DM) vorgestellt, eine Initiative mit dem Ziel, „den seit dem 15M eröffneten Zyklus über die derzeitigen Grenzen zu treiben“ und, wie seine Gründer betonen, „dafür zu arbeiten, dass die demokratische Revolution ihren Lauf nimmt“. Nach dem Madrider Soziologen und Historiker Emmanuel Rodriguez soll der Think-Tank „sich zu einem Referenzraum in den Feldern der öffentlichen Debatte, der Bildung, der Forschung und der politischen Diskussion entwickeln.“ Kurz gesagt soll er „die Entstehung von Ideen für einen Wandel des politischen Zyklus entwickeln und fördern.“

Montserrat Galcerán, Professorin für Philosophie und Stadträtin von Ahora Madrid, erklärte in der Eröffnungszeremonie im Teatro del Barrio: „Im aktuellen Rahmen der Schwäche der politischen Theorie, eines unglaublichen Kampfes und der prekarisierten Intellektualität wollen wir dieses Institut gründen und in gemeinsamer Produktion teilen, viele Inputs sammeln, die von vielen Orten kommen, und das, was gerade passiert, übersetzen und interpretieren.“ Rodriguez betonte seinerseits, es gehe darum, „den Kampf um die Ideen wiederzugewinnen, mit einer Verankerung in den Bewegungen, und nicht so sehr in den Institutionen“.

Das neue Institut, das sich direkt aus den Erfahrungen des Observatorio Metropolitano de Madrid und der Fundación de los Comunes speist, will die Idee der Demokratie im radikalen Sinn bearbeiten, damit, in den Worten von Rodriguez „die Demokratie von unten lebendig wird“.

Darüber hinaus soll der Think-Tank drei Aspekte thematisieren: die politische Ökonomie aus der Perspektive der Krise des Kapitalismus, das europäische Szenario und seine Konflikte und den Aufbau der Bewegung. Die Organisation wird sich in der Produktion von Forschungsprojekten, Büchern, Berichten, Räumen der selbstorganisierten Bildung (in Zusammenarbeit mit Nociones Comunes, dem Bildungsraum der genossenschaftlichen Buchhandlung Traficantes de Sueños), Foren und anderen Aktivitäten engagieren.
„Das Institut strebt nicht an, das kollektive Hirn von irgendwas zu werden, sondern vielmehr ein Hirn mehr zu sein, und das Ideal ist, dass sich immer mehr ähnliche Initiativen gründen“, stellte der Soziologe auf Fragen aus dem Publikum zum Ausmaß der Tätigkeiten klar. Mit Sitz in der Metropolitanregion Madrid, aber mit Unterstützung und engen Beziehungen zu anderen Gebieten in Spanien wie den galizischen Mareas oder den verschiedenen Knoten der Fundación de los Comunes, zählt die Organisation auf eine Versammlung, zu der sie die Bürger_innen zur Teilnahme einlädt.

Dem Akt der Präsentation folgte das Forum „Auf dem Weg zur zweiten Transition?“ mit Pablo Carmona, Stadtrat von Madrid und Mitgründer des Instituts, sowie den Podemos-Abgeordneten in Madrid, Carmen San José und Isidro López.


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