What is at the core of the European crisis today? The trouble with the Euro, as the ruling elites want us to believe? Wrong! The crisis is not about the common currency, but about the current commonality. Europe not only lacks a common language to collectively respond to the crisis, or a common public space to mobilize joint democratic action against its disastrous social consequences. It fails, above all, to address the very commonality of today's capitalist crisis that now returns to Europe after having long been displaced to other parts of the world, outsourced to those "others" who were not, and still are not, supposed to enter a truly shared sphere of commonality. Hence, when today, caught in crisis, the European modes of speaking and decision-making fall apart into a cacophony of national languages and a chaos of parallel political realities, they simultaneously keep silencing the very commonality of the question of commonality.

It has been claimed that translation can offer a solution to the enigma of linguistic and political commonalities. But what kind of translation? Certainly not the one that simply serves the communication between allegedly homolingual communities and thus reproduces the already existing regimes and imaginaries. So how can we think of another kind of translation, one that addresses a non-aggregate community of foreigners, migrants of all sorts, but also all those who are becoming increasingly foreign to their own "native" languages, cultures, societies and political institutions: a translation that evokes a new mode of sociality still in search of its political actualization?

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Worum geht es in der gegenwärtigen europäischen Krise? Um Probleme mit dem Euro, wie es uns die herrschenden Eliten glauben machen wollen? Falsch! Die Krise hat nichts mit einer gemeinsamen Währung zu tun, sondern mit der gegenwärtigen Kommunalität. Was Europa fehlt, ist nicht nur eine gemeinsame Sprache, die eine kollektive Antwort auf die Krise zu geben erlaubt, oder eine gemeinsame Öffentlichkeit, um ein gemeinsames demokratisches Handeln gegen deren desaströse soziale Konsequenzen in Gang zu setzen. Vor allem anderen ist Europa unfähig, sich mit der Kommunalität der gegenwärtigen kapitalistischen Krise auseinanderzusetzen – eine Krise, die nunmehr auf Europa zurückschlägt, nachdem sie über lange Zeit auf andere Teile der Welt umgeschichtet wurde, ausgelagert an jene „Anderen“, die in eine wirklich geteilte Sphäre der Kommunalität keinen Einlass finden sollten und es immer noch nicht sollen. Wenn die europäischen Formen des Sprechens und der Entscheidungsfindung daher heute in eine Kakophonie nationaler Sprachen und ein Chaos von parallelen politischen Realitäten zerfallen, so bringen sie gleichzeitig unbeirrt die Kommunalität selbst zum Schweigen, in der die Frage der Kommunalität zu stellen wäre.

Übersetzung, so wurde behauptet, biete eine Lösung für das Rätsel sprachlicher und politischer Kommunalitäten an. Aber welche Art von Übersetzung? Sicherlich nicht jene, die einfach der Kommunikation zwischen vermeintlich homolingualen Gemeinschaften dient und so die existierenden Regimes und Imaginarien reproduziert. Wie können wir uns eine andere Art von Übersetzung vorstellen? Eine Übersetzung, die eine lose Gemeinschaft von Fremden und Migrant_innen aller Art adressiert, aber ebenso all jene, die ihren „eigenen“ Sprachen, Kulturen, Gesellschaften und politischen Institutionen immer fremder werden: eine Übersetzung, die einen neuen Modus der Sozialität wachruft, dessen politische Aktualisierung aussteht.