Was heißt Institutionskritik? Diese Frage lässt sich heute nicht mehr unüberprüft entlang der klassischen Gesten der Negation und Verwerfung des Institutionellen einerseits sowie der Wiedereingliederung von Kritik in institutionelle Apparaturen andererseits stellen. Sie ist zur Frage nach einer Kritik geworden, die sich nicht mehr primär über die Distanznahme des Urteilens vollzieht, sondern über eine Praxis, die sich ins Kritisierte immer schon involviert weiß. Und zugleich ist sie zur Frage nach einer Affirmation geworden, die nicht mehr Komplizenschaft mit dem Bestehenden bedeutet, sondern die Aktualisierung von sozialen Potenzen, die ein differenzielles Wissen über institutionelle Zusammenhänge entfalten. In der Neuauflage ihres Buchs verdichten Stefan Nowotny und Gerald Raunig den Begriff der instituierenden Praxis, der weit über die kanonisierten Formen von Institutionskritik hinaus reicht, indem er diese selbst aktualisiert und zugleich in eine breitere historisch-politische Perspektive stellt.

Neuauflage mit neuem Vorwort.

(See also the English version of the New Introduction to the Revised Edition 2016.)

Rezensionen
grundrisse, Elisabeth Steger
Kulturrisse, Luisa Ziaja