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05 2026

Mikropolitiken

Internationale Konferenz des eipcp in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule für Medien Köln und der Akademie der bildenden Künste Wien

1.-3. Oktober 2026, Akademie der bildenden Künste Wien

Mit Beiträgen von Christoph Brunner, Boris Buden, Christoph Hubatschke, Brigitta Kuster, Isabell Lorey, Stefan Nowotny, Gerald Raunig, Rubia Salgado, Ruth Sonderegger

 

“Die mikropolitische Dimension wird immer wieder auf all die asignifikanten Elemente, all die Elemente der Singularität zurückkommen; sie wird die Dinge in dem Moment wieder komplizieren, in dem man glaubte, Einigkeit erzielt zu haben. Genau in diesem Moment wird deutlich, dass es keine Einigkeit gibt, genau in diesem Moment taucht die Existenz selbst in ihrer Singularität wieder auf. Das ist die Dimension – ich würde sagen: die Fluchtlinie – der Mikropolitik.” (Félix Guattari, Mikropolitik, im Gespräch mit Suely Rolnik)

 
In den aktuellen Ausformungen des maschinischen Kapitalismus sehen wir uns einem komplexen Gefüge aus Identitarismen, (Mikro-)Faschismen und Affekt-Strömen gegenüber, das die Individuen nicht einfach nur einfängt, unterwirft oder auslöscht, sondern vielmehr deren Flüsse steuert und optimiert. Regierung bedeutet hier nicht einfach eine Struktur, die uns beherrscht. Mikropolitische Selbstregierung entsteht in den Poren, Falten und Fasern der sozialen Beziehungen und technopolitischen Maschinen, in der täglichen Einübung in Häme und Hass.

Doch im Alltag entstehen nicht nur neue Regierungsweisen, hier werden auch Widerständigkeiten und Singularitäten produziert, die die Kraft haben, neue Gesellschaftsformen entstehen zu lassen. Indem sie die unterstellte Dichotomie von Mikro- und Makro- unterlaufen, haben Mikropolitiken nicht die institutionelle Machtergreifung zum Ziel, sie durchqueren die Trennung des Politischen und des Sozialen. Die Revolution erscheint hier nicht einfach als auf Staaten und Institutionen ausgerichtetes Projekt, sondern als molekulare Revolution der Subjektivierungsweisen, der Lebensweisen, der Singularisierungsprozesse. 

Die internationale Konferenz soll auf der Basis mehrerer neuer Bände von transversal texts in der Nachfolge von Félix Guattari, Suely Rolnik, Michel Foucault und Gilles Deleuze die Aktualität mikropolitischer Positionen herausstreichen und die Verbindung des theoretischen Konzepts mit aktuellen sozialen Bewegungen untersuchen.