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03 2020

Wir gründen die „CoView19“ – Macht mit!

coview.info

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Eine Initiative um auf die politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 und die begleitenden Maßnahmen zu reagieren – digital und vor Ort.

Die aktuellen Entwicklungen rund um COVID-19 zeigen die Notwendigkeit eines solidarischen Umgangs miteinander. Wir befinden uns in einer Situation, in der die Gesundheit von vielen gefährdet ist. Wir begrüßen notwendige Maßnahmen. Gemeinsam müssen solidarische Lösungen gefunden werden!

Gleichzeitig sind die temporären, enormen Einschränkungen von Grundrechten etwas, das es zu beobachten und kritisch zu begleiten gilt.
Denn diese Entwicklung passiert in einer Situation, in der in mehreren Regionen der Welt ohnenhin massive Konflikte vorherrschen, die sich teilweise in einer Verschärfung von Kontrollpolitik niederschlagen.
All jene, die Interesse an Kontroll- und Überwachungspolitik haben, haben jetzt weitgehend freie Hand. Maßnahmen, wie Grenzschließungen und Einschränkung von Versammlungsrechten bedeuten nicht nur eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit, vielmehr es stellen sich Fragen wie: Wann werden Grenzen, die nun geschlossen werden, wieder geöffnet? Wann können Demonstrationen wieder uneingeschränkt stattfinden?
Diese staatlichen Maßnahmen führen dazu, dass wir als Individuen in bestimmtem Maß bevormundet werden. Dabei ist es wichtig, selbstverantwortliche und den Mitmenschen gegenüber achtsame Entscheidungen und Vorsichtmaßnahmen selbst zu erkennen und umzusetzen.

Wie sich in den letzten Tagen gezeigt hat, findet eine massive Diskursverschiebung statt: Die Berichterstattung und Aufmerksamkeit hinsichtlich der Situation an den EU-Außengrenzen, insbesondere die menschenverachtende Situation in Griechenland, nimmt stark ab. Über bewaffnete Konflike wie in Syrien wird kaum noch diskutiert oder berichtet. Warum werden notwendige Ressourcen, die jetzt für die Überwindung des COVID-19 mobilisiert werden, nicht auch für andere Konflikte und Krisen aufgebracht, wie zB für die Klimakrise, für sichere Fluchtwege und den Support für geflüchtete Menschen?
Die Angst vor dem Virus schürt auch Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung. Die Krisenbewältigung berücksichtigt nicht jene Menschen, die an die Ränder Gesellschaft verdrängt werden. Es wird nicht an jene gedacht, die – über kurz oder lang – von den wirtschaftlichen Folgen am meisten betroffen sind.

Wir selbst kommen aus dem Kunst-, Kultur-, Sozial- und Wissenschaftsbereich. Viele von uns leben selbst prekär. Wir sehen wie das Einschränken von Veranstaltungen viele andere prekäre Menschen trifft. Das Schließen von Veranstaltungsstätten, Einschränkungen in der Gastronomie, in Kunst und Kultur und anderen Arbeitsbereichen bedeutet, dass prekär, undokumentiert oder unsicher arbeitende Menschen ihre Arbeit verlieren. Es fehlt an Unterstützungsstrukturen für diese Menschen. Überlegungen in welcher Form prekär arbeitende Menschen mit temporären Jobs von der Krise betroffen sind, fehlen in der Kommunikation durch politische Verantwortliche: Zwar sollen Waren weiter zirkulieren, aber es ist klar, dass vor allem große Unternehmen abgesichert werden. Einmal mehr wird die Bewegungsfreiheit von Menschen dem Wert von Waren untergeordnet, prekäre Arbeiter_innen gehen vorerst leer aus. Dabei ist klar, dass (nicht nur) der Kunst- und Kulturbereich schon seit Jahren prekär, unterbezahlt und sozial unsicher aufgestellt ist. Wie können prekäre Kunst und Kulturarbeiter_innen, kleine Betriebe, Kollektive und Vereine abgesichert werden? Wie funktioniert die soziale Absicherung für alle Menschen, die prekär arbeiten müssen?

Deswegen und aus vielen weiteren Gründen schaffen wir die „CoView“!

Wir wollen ein breites breites Bündnis schaffen – für Akteur_innen aus Wissenschaft, Kunst, Kultur, Sozialarbeit, Gesundheitswesen, Bildung oder anderen Bereichen, für Menschen, die sich einfach so beteiligen wollen, für Aktivist_innen, Jurist_innen, Junge, Alte, für alle, die mitmachen und zu diesen Themenbereichen aktiv sein wollen,

um gemeinsam    

  • - die aktuelle(n) Stiuation(en) zu beobachten und zu dokumentieren
  • - die Verschiebungen und Verschlechterung von Situationen/ Gesetzeslagen / Diskursen und (gesellschaftlichem) Umgang zu kommentieren;
  • - dafür einzustehen, dass alle, insbesondere jene, die von den politischen Verantwortungsträger_innen nicht mitgedacht werden, Unterstützung finden und Absicherung bekommen;
  • - die kollektive Selbverantwortung zu stärken;
  • - sicherzustellen, dass alle Verschiebungen nach dem Ende der Krise wieder zeitnahe rückabgewickelt werden;
  • - kreative Aktionsformen zu entwickeln, die es trotz der aktuellen Lage ermöglichen, unsere Anliegen zu vermitteln;
  • - zu überlegen, wo und in welcher Form digitale Veranstaltungen umgesetzt werden können;
  • - öffentlich Stimmung für eine emanzipatorische, kooperative und solidarische Gesellschaft zu machen.


Wer sich einbringen möchte, meldet sich per Mail: coview@riseup.net

du findest uns auf facebook via: @coview.info
du findest uns auf twitter via: @coview19
du findest uns auf instagram via: coview.cat

#coview #covid19

Wer gerne verschlüsselt schreiben mag, schickt uns eine Email für den pgp key.

Unser nächstes Treffen: Dienstag 17.03. 18h. Schreib uns warum & wie du mitwirken willst – wir melden uns mit Möglichkeiten, digital und bei Treffen mitzuwirken.

https://coview.info/